17. Ausstellung 2014 - Nottuln

 

Initiiert von den vier örtlichen kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschland) - Gruppen waren im Saal der ehemaligen Gaststätte Tombrock in Nottuln über 450 Egli-Figuren zur Ausstellung „Frauen und Mütter - Familiengeschichten der Bibel“ in Szene gesetzt.
Vom 19. - 31. Oktober 2014 standen folgende Menschen aus dem Alten und Neuen Testament im Mittelpunkt:

 

  • Eva und Adam, Hagar, Sara und Abraham, Rebekka und Isaak, Noomi und Rut
  • Elisabet und Zacharias mit Johannes, Maria und Josef mit Jesus
  • Jesus mit seiner ‚neuen‘ Familie
  • Lydia

 

In ihren Familien kommt alles vor, was auch wir heute kennen:
Freude und Leid, Streit unter Geschwistern, Betrug und Erbschaftsärger...
Und so begann alles:

 

Gott hatte die Welt erschaffen und den Menschen nach seinem Ebenbild, als Frau und Mann.
Eva und Adam lebten im Paradies. Sie waren nackt, doch sie schämten sich nicht voreinander. Gott hatte ihnen im Garten Eden alles übergeben. Nur die Früchte von dem Baum in der Mitte des Gartens waren verboten. Doch auf den Rat der Schlage hin aßen Eva und Adam eine ‚verbotene‘ Frucht. Da erkannten sie, dass sie nackt waren und versteckten sich. Gott sprach zu Eva: „Sooft du schwanger bist, wirst du deine Kinder unter Schmerzen gebären...“
Zu Adam sagte er: „Im Schweiße deines Angesichtes sollst du für dein Brot arbeiten, bis zu zurückkehrst zum Ackerboden. Denn Staub bist du, zum Staub musst du zurück.“
Daraufhin mussten Eva und Adam das Paradies verlassen. Sie mussten hart arbeiten.
Eva (d.b. ‚Leben‘) bekam von Adam zwei Kinder: Kain und Abel.
Unter den Brüdern kam es später zu einem Streit, bei dem Kain seinen Bruder Abel erschlug.

 

Gen / 1. Mose 1-4

 

 

 

   Viele Jahre vergehen. Die große Sintflut hatte alles Leben auf der Erde zerstört. Nur die Menschen und Tiere auf der Arche überlebten. Von diesen Menschen stammten Sarai und Abram ab. Sie lebten etwa 2100 v.Chr. in Haran.
Eines Tages sprach Gott zu Abram: „Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde...Ich werde dich zu einem großen Volk machen - so zahlreich wie die Sterne am Himmel soll es sein, niemand kann es zählen...“
Abram und Sarai waren kinderlos, aber sie vertrauten Gott. Sie machte sich auf den Weg ins gelobte Land. Sie nahmen alles mit: ihren ganzen Besitz, alle Tiere, auch ihre Knechte und Mägde...

 

 

Sarai wurde immer älter und spürte, dass sie Abram keine Kinder mehr schenken konnte. Sie hatte eine Magd, Hagar. Diese gab sie Abram zur Frau.
Hagar wurde schwanger und gebar Abram einen Sohn, den er Ismael nannte. Sarais Enttäuschung über ihren unerfüllten Kinderwunsch wurde immer größer.
Etwa 13 Jahre später schloss Gott einen Bund mit Abram und allen, die zu ihm gehörten. (Als Zeichen dieses Bundes sollen allen männlichen Nachkommen am 8. Tag beschnitten werden.)
Gott gab ihm einen neuen Namen: Abraham (d.h. ‚Vater der Menge‘). Sarai bekam den Namen Sara (d.h. ‚Herrin‘).
Gott segnete Sara und versprach ihr einen Sohn.

 

 

Eines Tages bekamen sie in der Mittagszeit Besuch von 3 Boten Gottes.
Abraham versorgte die Männer mit Wasser und Essen.
Die Männer fragten nach Sara und erklärten, dass diese in einem Jahr einen Sohn haben wird.
Sara hatte alles hinter der Zeltwand mitgehört. Sie lachte still in sich hinein. Sie dachte: ‚Ich bin doch schon alt und verbraucht und soll noch das Glück der Liebe erfahren? Auch mein Mann ist alt...‘

 

 

 

   Tatsächlich hielt Sara nach einem Jahr einen Sohn in ihren Armen.
Sie nannten ihn Isaak (d.h. ‚er lacht‘).
Als Isaak 8 Tage alt war, wurde er beschnitten.

 

Sara wollte nicht, dass ihr Sohn Isaak sich das Erbe mit Ismael (dem Sohn von Hagar und Abraham) teilen sollte.
Sie forderte von Abraham, Ismael und Hagar in die Wüste zu schicken. Dort irrten sie herum, bis Gottes Engel zu ihnen sprach: „Fürchtet euch nicht! Gott ist mit euch!“
Ismael wuchs heran und wurde Bogenschütze. Er heiratete, wurde Stammhalter der Ismaeliter (Araber) und bekam 12 Söhne, die mit ihren Stämmen das Land gegenüber von Ägypten besiedelten.
  

 

   Gott forderte von Abraham einen Beweis seiner Liebe: seinen Sohn Isaak.
Abraham baute an den Ort, den Gott genannt hatte einen Altar, schichtete Holz auf, fesselte Isaak und legte ihn auf den Altar. Er hatte schon das Messer ausgestreckt, als ihn ein Engel Gottes daran hinderte, seinen Sohn zu opfern. Im Gestrüpp hatte sich ein Widder mit seinen Hörner verfangen, den brachte er Gott als Opfer dar.

 

 

Als Sara starb, trauerten Abraham und Isaak um Frau und Mutter.

 

Abraham war hochbetagt, als er einen Knecht in seine Heimat Haran schickte. Dort sollte dieser unter Abrahams Verwandten eine Frau für Isaak zu suchen...

 

Gen / 1. Mose 12.15-18.21-23

 

(etwa 1925 v. Chr.)
So kam Rebekka, eine Nichte Abrahams, nach Kanaan.
Rebekka und Isaak, der inzwischen 40 Jahre alt geworden war, wurden ein Paar.
Auch Rebekka und Isaak blieben zunächst kinderlos. Isaak betete inständig zu Gott und Rebekka wurde schwanger und bekam Zwillinge:
Esau, der Erstgeborene war rötlich und seine Haut war mit Haaren bedeckt wie bei einem Fell.
Sein Bruder hielt bei der Geburt mit der Hand die Ferse Esaus fest. Deshalb nannten sie ihn Jakob, d.h. ‚Fersenhalter‘.
Isaak war 60 Jahre alt, als sie geboren wurden.

 

 

 

Die Zwillinge wuchsen heran.
Esau verstand sich auf die Jagd. Jakob dagegen blieb zu Hause bei den Zelten.
Isaak hatte Esau lieber, denn er aß gerne Wildbret. Rebekka aber liebte Jakob mehr.
Einmal hatte Jakob ein Gericht zubereitet, als Esau erschöpft vom Feld kam. Esau wollte davon essen, doch Jakob forderte als Gegenleistung dessen Erstgeburtsrecht.
Esaus Hunger war groß und vom Erstgeburtsrecht wurde er nicht satt. Also ‚verkaufte‘ Esau sein Erstgeburtsrecht an Jakob. Dieser gab ihm dafür Brot und Linsengemüse.
  

 

 

Isaak war im Alter blind geworden und wollte seinen Ältesten vor seinem Tod segnen. Er bat Esau, ein Wild zu jagen und daraus ein leckeres Mal zuzubereiten.
Rebekka hatte das Gespräch gehört.
Als Esau zur Jagd gegangen war, berichtete sie Jakob alles, ließ ihn zwei Ziegenböckchen schlachten und kochte ihm daraus ein leckeres Essen für Isaak.
Rebekka legte die Ziegenfelle um Jakobs Hände und um seinen glatten Hals. Dann übergab sie ihm das Essen. Jakob ging zu seinem Vater und gab sich als der Erstgeborene Esau aus.
Nach dem Essen bat er um den Segen des Vaters. Isaak betastet ihn zunächst, dann segnete er ihn.

 

 

 

Als Esau von der Jagd zurückkam, bereitete er das Essen für Isaak und brachte es ihm.
Da erkannte Isaak, dass Jakob ihn getäuscht hatte.
Esau flehte voller Bitterkeit:„Segne mich, Vater, segne mich!“ Aber Isaak entgegnete:„Dein Bruder hat dich betrogen und um den Segen gebracht. Ich habe ihn zum Herrscher über dich gemacht, und alle seine Stammesverwandten müssen ihm dienen. Getreide und Wein habe ich ihm versprochen - was kann ich dir da noch geben, mein Sohn?“
Esau beschloss, sich an Jakob zu rächen.

 

Jakob floh nach Haran und wollte dort bleiben, bis Esaus Zorn verraucht war.
Zwanzig Jahre blieb er in Haran und wurde dort selbst betrogen, bevor er sich mit seinem Bruder Esau wieder versöhnen konnte.
Gott gab Jakob den neuen Namen ‚Israel‘.
Er bekam insgesamt 12 Söhne, von denen die 12 Stämme des Volkes Israel abstammten.

 

(Die Geschichte des Volkes Israel steht im 2.-5. Buch Mose: Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium)

 

 

 

   Noomi
um 1000 v. Chr.
Noomi und Elimelech müssen wegen einer großen Hungersnot mit ihren beiden Söhnen Machlon und Kiljon von Bethlehem (d.h. ‚Brothaus‘) ins Grünland von Moab fliehen.
Die Söhne heirateten zwei moabitische Frauen, Rut und Orpa, blieben aber kinderlos.
Elimelech starb und ließ Noomi als Witwe zurück.
  

 

   Auch die Söhne starben.
Als Noomi erfuhr, dass die Hungersnot zu Ende war, beschloss sie, nach Bethlehm zurückzukehren.
Die beiden Schwiegertöchtern Rut und Orpa begleiteten sie.
Unterwegs sagte Noomi zu ihnen: „Warum geht ihr mit mir? Ich habe keinen Mann für euch. Kehrt wieder in euer Mutterhaus zurück! Und heiratet wieder! Gott gebe euch seinen Segen.“ Da nahm Orpa Abschied und kehrte um. Aber Rut entgegnete: „Nein! Ich lasse dich nicht allein. Wo du hingehst, dahin gehe ich auch. Wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott.“

 

Es war Erntezeit, als sie in Bethlehem ankamen.
Die Leute von Bethlehem riefen erstaunt: „Ist das nicht Noomi?“
Aber Noomi antwortete: „Nennt mich nicht mehr Noomi (Liebliche), sondern Mara, die ‚Bittere‘! Denn mein Los ist bitter. Reich zog ich einst aus. Aber mit leeren Händen kehre ich heim. Seht, wie Gott mich betrübt hat! Alles hat er mir genommen, meinen Mann und meine zwei Söhne.“
Als Rut sah, wie betrübt Noomi war, nahm sie sich vor, ihr zu helfen.
  

 

 

Gleich am nächsten Morgen ging Rut aufs Feld, um Ähren zu sammeln. Dies war das Vorrecht der Armen, die selbst kein Kornfeld besaßen. Sie kam auf ein Feld, das Boas gehörte. Der war mit Noomi verwandt. Boas fragte seine Schnitter nach der Fremden und erfuhr, dass sie moabitische Frau mit Noomi hierher kam.
Boas befahl seinen Knechten: „Lasst für diese Frau noch mehr Ähren liegen als sonst! Und seid immer freundlich zu ihr!“ Noomi staunte darüber, wie viel Korn Rut gefunden hatte und noch mehr, als sie von Boas hörte.
„Gesegnet sei er!“ rief Noomi. „Der Mann ist ein Verwandter von mir. Nun sehe ich: Gott lässt uns nicht im Stich. Er weiß auch eine Lösung für dich. Halte dich immer an ihn, dann wird dir nichts zustoßen.“
Tag für Tag sammelte Rut auf Boas Feldern bis die Gersten- und Weizenernte beendet war. Er sorgte dafür, dass sie immer genug Korn nach Hause brachte.

 

 

 

   Aber Noomi dachte auch an die Zeit nach der Ernte.
Eines Tages sprach sie zu Rut: „Meine Tochter, hör auf meinen Rat! Ich will das Beste für dich. Ich habe gehört, dass Boas heute sein Korn drischt. Geh zu ihm. Und wenn er müde ist, dann leg dich zu seinen Füßen. Fragt er dich: ‚Was willst du?‘, dann sag ihm: ‚Ich will deine Frau werden, denn du bist der Löser.‘“ Es gab in Israel ein altes Gesetz: Wenn ein Mann kinderlos starb, dann sollte der nächste Verwandte die Frau des Verstorbenen zu sich nehmen und ihr einen Nachkommen schenken. Er war ihr „Löser“.
Rut hörte auf Noomi und machte alles, was Noomi ihr riet.
Als Boas von Rut erfuhr, dass er der Löser sein sollte, rief er: „Gesegnet seist du! Denn du suchst nicht dein eigenes Glück. Darum fürchte dich nicht! Ich will deine Bitte erfüllen.“

 

Es gab noch einen anderen Verwandten, der ebenfalls das Recht und die Pflicht hatte, Rut zu heiraten. Mit ihm traf sich Boas am Stadttor. Als dieser ablehnte, löste Boas Rut aus und gab feierlich vor Zeugen sein Eheversprechen.
Zu der Zeit bestand in Israel ein Brauch: Um ein Löse- oder Tauschgeschäft rechtskräftig zu machen, zog man den Schuh aus und gab ihn dem Partner. Das galt als Bestätigung.
  

 

Boas holte Rut zu sich ins Haus und heiratete sie.
Nach einem Jahr gebar Rut einen Sohn. Sie nannten ihn Obed.
Alle Nachbarn kamen bei Noomi zusammen, priesen und dankten Gott und riefen voller Freude: „Gelobt sei Gott, der dich getröstet hat und der dir dieses Kind geschenkt hat! Er ist der Löser, der dich im Alter versorgt. Deine Schwiegertochter, die dir mehr bedeutet als sieben Söhne, hat ihn geboren. Sein Name werde in ganz Israel gepriesen.“ Noomi nahm das Kind, drückte es an ihre Brust.

Buch Rut

 

Niemand ahnte, dass mit diesem Kind eine neue Geschichte begann:
Die Geschichte von König David, dem Enkel von Obed, dem Urenkel von Rut und Boas.

 

Auch Jesus stammt von König David ab...
...und mit ihm beginnt die größte Geschichte aller Zeiten.
Im Lukasevangelium ist diese Geschichte aufgeschrieben - doch vorher passierte folgendes:

 

 

 

   Nicht weit von Jerusalem lebten Elisabet und Zacharias. Sie glaubten an Gott und beteten zu ihm, um Erfüllung ihres Kindwunsches.
Zacharias und Elisabet wurden älter. Es schien, als hätte Gott sie vergessen.
Eines Tages nahm Zacharias Abschied von seiner Frau.
Zacharias war Priester und hatte Dienst im Tempel von Jerusalem.

 

Zacharias stand in seinem Priestergewand am Altartisch, nahm ein paar Weihrauchkörner, streute sie ins Feuer und betete leise.
Plötzlich erschrak er, denn Gabriel, der Engel Gottes, sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, Zacharias! Gott hat dein Gebet erhört. Deine Frau Elisabet wird einen Sohn bekommen. Den sollst du Johannes nennen. Allen wird er die gute Nachricht bringen, dass der Retter bald kommt.“ Zacharias glaubte dem Engel nicht und wurde stumm.
Draußen vor dem Tempel wurden die Leute unruhig, denn sie warteten auf den Priester, der den Segen über sie sprechen sollte.
Als Zacharias endlich heraus trat, hob er seine Hände zum Segen, aber er brachte kein einziges Wort heraus.
Nachdenklich gingen alle nach Hause.

 

   Bald darauf geschah, was der Engel angekündigt hatte: Elisabeth wurde schwanger.
„Gott sei Lob und Dank!“, rief Elisabet voll Freude. „Gott hat uns doch nicht vergessen.“
Aber sie verriet niemandem, was geschehen war.

 

Als Elisabet im sechsten Monat schwanger war, kam der Engel Gabriel auch nach Nazaret zu Maria, einer jungen Frau. Sie war verlobt mit Josef, der aus der Familie König Davids stammte und ein einfacher Zimmermann war.
Der Engel Gabriel sprach: „Hab keine Angst, Maria, du hast bei Gott Gnade gefunden! Du wird schwanger werden und einen Sohn bekommen. Dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und wird Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihn auf den Thron seines Ahnherrn David erheben, und er wird für immer über die Nachkommen Jakobs regieren. Seine Herrschaft wird nie zu Ende gehen.“
Maria wusste genau, dass sie nicht schwanger sein konnte.
Gabriel erklärte: „Gott wird alles möglich machen. Auch deine Kusine Elisabet ist schwanger geworden, obwohl glaubten, dass sie schon zu alt für ein Kind sei.“
Maria willigte in den Plan Gottes ein: „Ja. Ich bin bereit. Für mich soll alles so werden, wie du es gesagt hast!“
Der Engel verließ Maria.

 

 

Maria verließ Nazaret und ging zu ihrer Kusine Elisabet.
Dort blieb sie 3 Monate lang, half Elisabet bei der täglichen Arbeit.

 

 

 

Maria blieb bei Elisabet und Zacharias bis zur Geburt des Kindes.
Nun war es kein Geheimnis mehr: ‚Zacharias und Elisabet haben einen Sohn!‘
Weil Zacharias immer noch stumm war, schrieb er den Namen seines Sohnes auf eine kleine Tafel: Johannes.
Und während er noch schrieb, konnte er wieder sprechen und rief: „Ja, Johannes soll er heißen!“ Das heißt: ‚Gott ist gnädig.‘
Voller Freude stimmte er ein Loblied an: „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat sein Volk besucht und erlöst! Du, Kind, wirst vor dem Retter hergehen. Du wirst ihm den Weg bereiten.“

(Lukas 1, 5-80)

 

Für Maria war es Zeit, wieder nach Nazaret zurückzugehen.   

 

   Johannes wuchs heran und wurde immer älter.
Von Elisabet und Zacharias lernte er alles, was er wissen musste.
Sie feierten zusammen viele jüdische Feste wie das Laubhüttenfest (Sukkot).
Ursprünglich war das Laubhüttenfest ein Erntedankfest.
Bis heute erinnert es an die Notbehausungen der Israeliten beim Auszug aus Ägypten.
Juden verbringen in der Festwoche viele Stunden in Laubhütten, auf Balkonen, in Höfen usw.
Durch die Blätter der Laubhütte sehen sie nachts die Sterne - so wie einst ihre Vorfahren bei der 40jährigen Wüstenwanderung.

 

Mit 13 Jahren war Johannes wie alle Jungen (Mädchen mit 12 Jahren) verantwortlich für sein religiöses Leben.
Vermutlich hat er von Zacharias auch gelernt, seine Gebetsriemen anzulegen. Tefillin sind Lederkapseln, die Tora-Stellen auf Pergament enthalten und mit Lederriemen an Hand und Kopf befestigt werden.
  

 

   Vielleicht feierte Johannes seine Bar Mitzwa im Tempel von Jerusalem...
...und las dort zum ersten Mal öffentlich aus der Tora vor. Von nun an war er selbstverantwortlich für seinen Glauben.

 

 

Johannes ist der Sohn von Elisabet und Zacharias - und der Kusin von Jesus.
Sie gehörten also zu einer Familie.
Genau wie bei Johannes hatte der Engel Gabriel die Geburt Jesu angekündigt.

 

 

Jesus wurde in Bethlehem geboren, in einer Zeit, als viele Leute unterwegs waren, um sich in die Listen für die vom Kaiser angeordnete Volkszählung eintragen zu lassen.
In Bethlehem gab es kein Zimmer für Maria und Josef.
So brachte Maria ihren Sohn draußen vor der Stadt zur Welt - an einem Ort, an dem sonst Tiere untergestellt waren...
Maria und Josef wickelten das Neugeborene in Windeln.

 

(Lukas 2, 1-7)

  

 

   Draußen auf den Feldern vor Bethlehem hörten Hirten die Botschaft des Engels: „Ich verkünde euch große Freude - Freude, die ganz Israel erfüllen soll! Heute Nacht ist in Bethlehem ein Kind geboren, es ist der Messias, der Retter. Geht! Ihr werdet es finden, ein Kind, das in Windeln gewickelt liegt...“
Da machten sich die Hirten auf den Weg nach Betlehem...

(Lukas 2, 8-20)

 

...und fanden Maria und Josef und das Kind.
Die Hirten erzählten überall von dem, was sie erlebt hatten. Sie verkündeten allen Menschen, dass in Bethlehem der Messias, der Retter, geboren worden war. Und sie lobten Gott.

 

Als das Baby acht Tage alt war, ließen Maria und Josef ihren Sohn beschneiden, wie es bei den Juden üblich war und ist.
Jetzt bekam das Kind auch seinen Namen: Jesus - so wie der Engel Gabriel es zu Maria und zu Josef gesagt hatte.

 

Vierzig Tage lang konnten sich Mutter und Kind von der Geburt erholen. Dann wanderte die kleine Familie nach Jerusalem. Dort wollten Maria und Josef ihr erstes Kind Gott im Tempel vorstellen.
Sie wollten Gott ihren Dank darbringen - 2 junge Tauben, so wie es das Gesetz vorschreibt.
Als Maria und Josef mit Jesus den Tempel betraten, erkannte der alte Simeon in dem kleinen Kind den von Gott versprochenen Messias. Er nahm das Kind in seine Arme und sang ein Loblied.
Auch die Prophetin Hanna, eine 84jährige Witwe, wartete auf die Rettung für Israel.
Hanna trat zu Simeon, lobte Gott und bestätigte alles, was Simeon in seinem Loblied gesagt hatte.

(Lukas 2, 21-40)

 

Maria und Josef kehrten nach Betlehem zurück.
Hier wohnten sie eine Zeitlang und bekamen Besuch von Männern aus dem Osten, die schon viele Wochen vorher einen neuen, strahlenden Stern am Himmel entdeckt hatten.
Die Sterndeuter hatten die Bedeutung dieses hellen Sternes erforscht. Sie stellten fest: ein neuer König wurde in Judäa geboren, vielleicht in der Königsstadt der Juden, in Jerusalem.
Sie kamen in Jerusalem auch zu König Herodes, der ihnen den Weg wies, und sie aufforderte, ihm anschließend Bericht zu erstatten... Die Sterndeuter folgten weiter dem Stern - bis zu dem Ort, wo das Kind war.
Sie gingen in ein Haus, fanden das Kind, beten es an und machten ihm kostbare Geschenke:
Gold - für den König
Weihrauch - für den Priester
Myrrhe - als Zeichen des Todes und des ewigen Lebens
Und weil ein Engel sie davor warnte, zu König Herodes zurückzukehren, nahmen sie einen anderen Weg zurück in ihre Heimat.
Auch Josef und Maria wurden von dem Engel vor Herodes gewarnt und flohen nach Ägypten.

 

(Matthäus 2, 1-12)

 

Durch die Flucht nach Ägypten überlebte Jesus den Mord, den König Herodes befahl: er ließ in Bethlehem und der ganzen Umgebung alle Jungen im Alter bis zu zwei Jahren töten. Dadurch sollte auch das neugeborene Königskind beseitigt werden...

 

   Als König Herodes gestorben war, kam die Heilige Familie aus Ägypten zurück nach Israel und ließen sich in Nazaret nieder.
Dort lebte Jesus bis er erwachsen war.
Er lernt sein Leben als Mensch unter Menschen an der Seite von Maria und Josef.
Er wuchs in einer Familie auf, in der er geliebt wurde.

 

(Matthäus 2, 13-23)

 

Zu dieser Familie gehörte auch Johannes, der vielleicht mit Elisabeth und Zacharias zu Besuch nach Nazaret kam.
Vielleicht spielten die beiden Jungen dann zusammen in Josef Schreinerwerkstatt...

 

  
   ...oder trafen sie sich immer wieder - so wie es in vielen Familien üblich war und ist...

 

Als Jesus 12 Jahre alt war, ging mit seinen Eltern in den Tempel nach Jerusalem. Dort feierte sie das Paschafest.
Vielleicht war der 12jährige Jesus im Tempel dabei, als Johannes seine Bar Mizwa feierte...
Als das Fest nach 7 Tagen beendet war, kehrte auch die Familie nach Nazaret zurück. Aber Jesus war verschwunden.
Nach langer Suche fanden ihn Maria und Josef im Tempel bei den Gelehrten. Hier spürten seine Eltern, dass er wusste: ‚Ich bin auch Gottes Sohn!‘. Denn Jesus fragte sie: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich hier sein muss, im Hause meines Vaters?“

(Lukas 2, 41-52)

 

 

 

Als Johannes und Jesus erwachsen waren, trafen sich die Verwandten wieder, denn Johannes taufte Jesus im Jordan.

 

(Lukas 3, 21-22 / Matthäus 3,13-17 / Mk 1,9-11 / Johannes 1,29-34)
  

 

   Nach seiner Taufe verbrachte Jesus 40 Tage in der Wüste, um sich für seine neuen Aufgaben vorzubereiten.
Dann brachte er den Menschen Gottes Frohe Botschaft - in Wort und Tat(en)...

 

 

   Auferweckung der Tochter des Jairus (Mk 5,21-43)

 

Brotvermehrung (Mt 14,13-21)    Kindersegnung (Mt 19,13-15)

 

Einzug in Jerusalem (Mt 21,1-11)    Das letzte Abendmahl (Mt 26,20-29)

 

Jesus stirbt am Kreuz (Mt 27,31-61)    Jesus ist auferstanden - das Grab ist leer (Mt 28,1-10)

 

 

Jesu Leben und seine Botschaft wirkten weiter - durch die Kraft des Heiligen Geistes, der den Jüngerinnen und Jüngern Jesu Mut machte, die Frohe Botschaft weiterzutragen.
So wurde diese Frohe Botschaft die Botschaft der Christenfamilie, zu der alle Getauften und Gefirmten gehören.
Durch viele Frauen und Mütter, durch Männer und Väter, die Jesus damals gefolgt sind, ist der Glaube weitergetragen worden...

(Apg 2)

  

 

...und kam im Jahr 50 n.Chr durch Paulua nach Europa zu Lydia, einer reichen Purpurhändlerin.
Obwohl Lydia keine Jüdin war, betete sie zu dem Gott Israels und traf sich an jedem Sabbat mit den anderen Frauen am Fluss.
Als Lydia hörte, was Paulus von Jesus erzählte, ging ihr das Herz auf. Sie bat Paulus: „Taufe mich! Und taufe auch meine ganze Familie! Von heute an will ich Jesus gehören.“
Da taufte sie Paulus am Fluss, sie und auch ihre ganze Familie.
Danach bat Lydia Paulus und seine Begleiter: „Wenn ihr mich wirklich als Christin betrachtet, dann kommt in mein Haus! Gebt mir die Ehre und seid meine Gäste, solange ihr hier in Philippi bleibt.“ Von diesem Tag an wohnten Paulus und seine Begleiter in Lydias Haus. Sie hatten Gemeinschaft im Gebet und bei Tisch. Und Paulus unterwies die Familie täglich im Glauben. Aber am Sabbat gingen sie zum Gottesdienst an den Fluss, wie sie es stets gewohnt waren.

Apg 16

 

 

 

   Heute, fast 2000 Jahre später, ist die Frohe Botschaft bei den Menschen immer noch aktuell.
Das, was die ersten Christen taten, wurde von Generation zu Generation weitergetragen bis heute. Sie beten und feiern Gottesdienste und vertrauen der Frohen Botschaft.
Christen gaben und geben ihren Glauben weiter - auch bei Laternenumzügen, auf die wir uns in den nächsten Tagen und Wochen freuen können, denn auch der Heilige Martin hat seinen Glauben in Wort und Tat bezeugt!

 

 

 

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