19. Ausstellung 2016 - Saerbeck

 

Vom 30. Oktober bis 10. November 2016 begegnen die Besucher der Egli-Ausstellung im Saerbecker Bürgerhaus einem großen Heiligen, dem hl. Franz von Assisi.
Ausgehend von der Frohen Botschaft, die durch Worte und Taten Jesu verwirklicht wird, zeigen Szenen das Leben des Heiligen - und bringen sie in Verbindung mit der Botschaft der Barmherzigkeit, zu der Papst Franziskus am 8. Dezember 2015 aufgerufen hat.

 

Franziskus Bernardone wurde 1181 oder 1182 in der italienischen Kleinstadt Assisi geboren.
Seine Eltern Pietro und Pica Bernardone ließen ihn auf den Namen Giovanni (deutsch: Johannes) taufen. Aber sein Vater nannte ihn Francesco (kleiner Franzose), denn als Tuchhändler hatte er gerade gute Geschäfte in Frankreich gemacht.
Franz erhielt eine gute Schulausbildung, lernte Rechnen, Lesen und Schreiben, Französisch und Latein - wohl um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und später einmal die elterlichen Geschäfte zu übernehmen.

 

Hier im Tuchladen der Eltern begegnete Franz möglicherweise auch Klara, Tochter einer Adeligen und eines Ritters, die ihm später folgte.
Einer Legende nach kam ein Bettler in den Tuchladen. Während Franziskus ihn wegschickte, gab ihm Klara ein Almosen. Daraufhin lief Franziskus ihm nach und gab ihm einen Beutel voll Geld - nach dem Motto: ‚Ich hab' genug! Ich kann es mir leisten!'
Er tat es nicht aus Barmherzigkeit - das Evangelium bekam erst später eine Bedeutung für Franziskus - durch seinen Reichtum wollte er zeigen, welchem Weg er folgte: Franziskus strebte nach oben, nach Höherem. Er wollte in die Oberschicht aufsteigen und Adeliger werden.

 

 

Franz war sehr selbstbewusst. Als junger Mann kleidete sich er gerne nach der neusten Mode, extravagant und auffallend. Er zog mit seinen Freunden durch die Stadt. Er liebte die Geselligkeit, das Feiern, den Wein.
Franz konnte gut Gitarre spielen, hatte eine schöne Stimme, kannte lustige Lieder und konnte gut tanzen. Einmal im Jahr wurde er zum ‚König der Feste' ernannt. Mit dem Geld seines Vaters konnte er seine Altersgenossen bei Festen frei halten und war der Mittelpunkt der jugendlichen Feiern.

 

Es war eine unruhige Zeit damals.
Immer wieder kam es zu Kämpfen der Nachbarstadt Perugia.
Franz strebte danach, durch Erfolge als Ritter in den Adelsstand erhoben zu werden.
Pietro Bernardone unterstützte das sehr. Für ihn war es wichtig, dass sein Sohn in den höheren Stand aufstieg. Dabei würde sein Reichtum und der gut gehende Tuchladen sicher helfen. Doch Franziskus hatte kein Interesse daran, das Geschäft seines Vaters zu übernehmen.
Er trainierte seine Kräfte lieber in Ritterspielen mit seinen Freunden.

 

Aber aus dem (Ritter-)Spiel wurde Ernst.
1202 wurde die Stadt Assisi belagert und Franz zog mit knapp 20 Jahren in den Krieg.
Franziskus musste von seinem sorgenfreien Leben Abschied nehmen.
Er musste im Kampf gegen die Nachbarstadt Perugia seinen Mut unter Beweis zu stellen.

 

 

 

Aber statt Ehre und Ruhm zu gewinnen, geriet Franz in Kriegsgefangenschaft. Schnell hatten die Soldaten aus Perugia heraus, wer von den Gefangenen zu den wohlhabenden Bürgern Assisis gehörte. Sie hielten Franziskus durch lange Lösegeldverhandlungen in ihren Kerkern fest.
Erst Anfang 1204 konnte ihn sein Vater Pietro gegen Lösegeld freikaufen.

 

Franziskus kehrte krank und innerlich zutiefst erschüttert nach Assisi zurück.
Kriegseindrücke und die Zeit im Kerker hatten den jungen Mann verändert.
Er fing an, sein Leben in Frage zu stellen.
Er hatte kein Interesse mehr an materiellen Dingen.
Er entfernte sich von seinen Eltern und ging eigene Weg.
Franz zog sich aus seinem Freundeskreis zurück und suchte Ruhe und Einsamkeit.

 

Und er bemerkte, was er früher nicht gesehen hatte:
Es gab viele arme Menschen. Es gab Menschen, die Hunger litten.
Andere hatten ansteckende Krankheiten. Sie mussten draußen vor der Stadt leben.
Franziskus hatte die Zeit der eigenen Not und Dunkelheit nicht vergessen.
Franz sorgte sich um die Armen - wie die junge Klara.
Er schenkte ihnen von den kostbaren Stoffen aus dem Tuchladen seines Vaters.

 

Mit 24/25 Jahren unternahm Franziskus eine „Pilgerfahrt" nach Rom.
Der Legende nach tauschte er dabei mit einem Bettler die Kleidung.
Er wollte das Leben in vollkommener Armut „ausprobieren" und bezeichnete sich selbst als ‚Büßer'.
  

 

Außerhalb der Stadtmauern Assisis suchte Franziskus immer wieder die Stille, um über sich und sein Leben nachzudenken.
Hier lebten auch die Aussätzigen.
Einmal rief ihm ein Aussätzige zu: „Erbarmen, Herr! Habt Mitleid mit einem Kranken!"
Franziskus war stumm und starr, warf ihm schnell ein paar Münzen hin und lief weg.
Doch dann schämte er sich.
Er kehrte um und überwandte seinen anfänglichen Ekel.
Er zeigte Mitgefühl und aktive Zuwendung: Franz umarmte den Kranken und gab ihm den Friedensgruß...
In den Leidenden und Armen begegnete ihm Christus in besonderer Weise.
Er orientierte sich nicht mehr ‚nach oben', sondern schaute ‚nach unten' - und begriff: „Das ist der neue Weg für mich!"

 

Franziskus zog sich immer öfter in die Einsamkeit zurück.
In der kleinen verfallenen Landkirche San Damiano unterhalb der Stadt betete Franziskus vor dem Kreuz - mitten im Schmutz und Geröll.
Er betete vor dem Kreuz, als er der Legende nach eine Stimme hörte: „Francesco, geh und bau mein Haus wieder auf..."
Franziskus verstand diese Aufforderung wörtlich.
  

 

Er nahm stapelweise Stoffballen aus dem Laden seiner Eltern, kaufte davon Baumaterial und fing an, die baufällige Kirche eigenhändig wieder in Stand zu setzen.
Erst später wurde Franziskus klar, was ihm die Stimme sagen wollte: Er soll der Kirche neuen Halt geben und sie in eine neue Zeit führen.
Ebenso baute er weitere Kirchen wieder auf, u.a. eine etwa 4 Kilometer von Assisi entfernte kleine Benediktinerkapelle, auch Portiunkula genannt.
Auch dafür entnahm Franz Waren und Gelder aus dem elterlichen Geschäft.

 

Der Familienstreit zwischen Franziskus und seinem Vater eskalierte. Nach damaligen Stadtstatuten Assisis waren Rebellion und Missbrauch des elterlichen Vermögens berechtigte Klagegründe und so führte Pietro Bernardone einen Prozess gegen seinen Sohn.
Da sich Franziskus selbst als ‚Büßer' Gottes verstand, musste der Prozess zwischen Vater und Sohn vor dem kirchlichen Gericht verhandelt werden.
Im Frühjahr 1207 richtete Assisis Stadtbischof Guido II. öffentlich über den Fall.
Vor dem Bischofspalast forderte Pietro Bernardone im Beisein vieler Bürger Wiedergutmachung.
Doch dann passierte etwas Unerwartetes:
Franziskus entkleidete sich vollständig und gab seinem Vater die Kleider zurück. - Mit dieser Geste kam es zum endgültigen Bruch mit seiner Familie. Gleichzeitig verzichtete er auf sein Erbe und sagte sich von seinem Vater los. „Bis jetzt habe ich Pietro Bernardone meinen Vater genannt, von nun an habe ich nur noch einen Vater im Himmel."
Franziskus wurde zum ‚Aussteiger' und demonstrierte den Beginn seines neuen Lebens im Dienst an den Armen, Kranken und Verachteten.
Bischof Guido II. stellt sich mit einer Geste hinter Franziskus. Er bedeckte dessen Nacktheit mit seinem Mantel: Die Kirche beschützt Franziskus.

 

 

Außerhalb der Stadtmauern begann Franziskus ein Leben als Einsiedler.
Franz kleidete sich von nun an sehr einfach.
Er pflegte Kranke und Aussätzige und verteilte das Geld, das er noch hatte, unter den Armen.
  

 

Am 24. Februar 1208 (Gedenktag des Apostels Matthias) feierte der 26jährige Franz in der kleinen Kirche von Portiunkula die Heilige Messe und hörte das Evangelium von der Aussendung der Jünger.
Er wandte diese Botschaft wörtlich und direkt an.
Er kleidete sich von nun an in eine einfache Kutte, die von einem Strick gehalten wurde, lehnte den Besitz und sogar den Kontakt mit Geld strikt ab und ging nach Möglichkeit barfuss.
„Ihr sollt weder Gold, noch Silber, noch Kupfer in euerm Beutel haben. Auch nicht zwei Hemden und keine Schuhe..." hatte Franz im Evangelium gehört.
Für Franz wurde das zum Programm.
Die Armut, von der Jesus sprach, wollte er genauso leben.
Die Armut würde ihn frei machen - davon war er überzeugt -, frei für den Dienst am Menschen.
Wie die von Jesus ausgeschickten Jünger, wandte sich Franziskus den Menschen zu und verkündete die Frohe Botschaft. Er zog durch ganz Italien. Seine extreme Lebensweise stieß bei vielen auf Unverständnis und Ablehnung.
Andere aber schlossen sich Franziskus an und folgten seinem Beispiel, u.a. seine einstigen Freunde:
Bernardo Quintavalle, ein reicher Kaufmann aus Assisi,
Pietro Cattani, ein Rechtsgelehrter,
und der Bauer Egidio (Ägidius).
Ein verlassener Schuppen vor der Stadt diente den Brüdern als erster Unterschlupf. Von hier aus wanderten sie jeweils zu zweit durch das Land und predigten die Botschaft Jesu: „Achtet einander! - Haltet Frieden! - Seid hilfsbereit!"

 

Ihre Wandermission durch Mittelitalien zog weitere Brüder an: Filippo, Angelo, den Priester Leone, Masseo, Rufino, Eletto, Moricio, Pacifico und Silvestro. Alle, die mit Franziskus zusammen waren, lebten sehr bescheiden. Deshalb nannten sie sich die ‚Minderbrüder'.
Franziskus hatte für sich und seine Weggefährten einfache Lebensregeln verfasst.
Mit den ersten 12 Brüdern zog Franz im Mai 1209 nach Rom.
Er wollte die Lebensweise der ‚Minderbrüder' in Armut und ihre Laienpredigt anerkennen lassen. Innozenz III., einer der mächtigsten Päpste der Kirchengeschichte, bestätigte Franziskus Regeln. Damit war der Grundstein für den Franziskanerorden gelegt.
Voller Freude und neuer Begeisterung kehrten sie nach Assisi zurück.

 

Predigend zogen die Brüder durch das Land, verkündeten die Frohe Botschaft und gaben Zeugnis davon, dass man auch ohne Besitz sein Glück finden kann.
Als sich ihre Gruppe vergrößerte, fanden sie in der Portiunkula-Kirche ein erstes Zentrum (Portiunkula = kleines Fleckchen). Auf dem Gelände rund um die Kirche, das ihnen von den Benediktinern überlassen wurde, bauten die Brüder einfache Hütten für die wachsende Zahl der Gefährten.
Jeder Bruder arbeitete seiner Begabung entsprechend. Mit Ausnahme von erkrankten Brüdern lebten sie in strikter Armut und Entsagung.
Sie wanderten in Städte und Dörfer, pflegten Kranke, predigten, halfen und nahmen für ihre Arbeit keinen Lohn. Das Leben Jesu wurde ihnen Orientierung und Leitbild.

 

 

Im Frühjahr 1212 schloss sich auch die junge Adelige Chiara, Klara von Assisi, die 18jährige Kusine von Rufino, Franziskus an und wurde seine treueste Anhängerin. Die reiche Adelstochter verließ am Palmsonntag ihr wohlhabendes Elternhaus und löste sich aus ihrem bisherigen sozialen Gefüge. Sie wollte Gott dienen - in Armut genau wie Franziskus.
Franz betete mit seinen Brüdern, um eine gute Entscheidung treffen zu können.
Klara wurde im Namen des Herrn aufgenommen.
Franziskus bekleidete sie mit dem groben Bußgewand und schnitt ihr feierlich die Haare ab. Klara legte vor Franz und seinem Mitbrüdern die Gelübde von Armut, Keuschheit und Gehorsam ab.
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Klara war die erste Frau, die ein Leben nach dem Beispiel des Bruders Franz führte. Doch schon bald kamen andere hinzu. Sie nannten sich „Die armen Frauen von San Damiano", später dann „Klarissen".
Auch in diesem Orden war das Evangelium Grundlage aller Tätigkeiten.

 

Viele Frauen und Männer, verheiratet oder nicht, wollten bald so leben wie „Poverello", der kleine Arme aus Assisi, der mit gutem Beispiel voranging. Früher verlacht, wurde er nun verehrt und „Troubadour Gottes" genannt. Schon zu seinen Lebzeiten hatte Franziskus 3000 Anhänger und die franziskanische Bewegung verbreitete sich im ganzen Abendland.

 

Die Menschen mochten Franziskus.
Aber Franziskus liebte auch die Tiere und die Pflanzen, die ganze Schöpfung Gottes.
Franziskus sprach mit den Vögeln: „Wie schön eure Lieder klingen! Dankt euerm Schöpfer für Federkleid und Nahrung und lobt ihn mit euerm Gesang!"

 

In der Stadt Gubbio versetzte ein reißender Wolf die Bewohner in Angst und Schrecken.
Die Leute warnten vor dem wilden Tier und wollten es töten.
Franziskus hatte Mitleid mit den Menschen und mit dem Tier.
Er sprach zu dem Wolf: „Friede sei mit dir, Bruder Wolf! Ich bitte dich, sei doch gut zu allen, und greife niemanden mehr an! Auch die Menschen sollen dich nicht weiter verfolgen."
Es geschah ein Wunder: Von diesem Zeitpunkt an war der Wolf gut zu allen, wurde zahm und ließ auch die Schafe in Ruhe. Der Wolf lebte noch zwei Jahre. Er wurde zutraulich und ließ sich von den Menschen füttern, bis er schließlich an Altersschwäche starb.

 

Franziskus unternahm verschiedene Reisen, um die Botschaft Gottes weiterzutragen:
Gegen Ende des Jahres 1212, also etwa mit 30 Jahren, machte er sich auf den Weg ins Heilige Land, erlitt jedoch Schiffbruch und sah sich zur Rückreise gezwungen.
Als Wanderprediger kam Franz 1212 nach Dalmatien, 1213 bis 1215 auch nach Südfrankreich und Spanien und als Wallfahrer nach Santiago de Compostella.
1214 machte sich Franziskus auf den Weg nach Marokko, die Reise scheiterte allerdings in Spanien wegen Krankheit
. 1219 reiste er als Missionar bis Palästina und schloss sich dort Kreuzfahrern an, die auf dem Weg nach Ägypten waren. Hier erlebte Franz die Niederlage der Christen mit. Er brach unbewaffnet aus dem Lager der Kreuzfahrer auf, um zu Fuß weiter nach Israel zu pilgern. Er wollte als Missionar gewaltlos und in friedlicher Absicht unterwegs sein. Unterwegs wurde er von arabischen Soldaten gefangen genommen. Im Lager des muslimischen Heeres fand ein Gespräch mit Sultan Melek-al-Kamil statt. Dieser war stark beeindruckt von dem christlichen Wanderprediger und seinem mutigen Bekenntnis zu Frieden und Menschlichkeit. Franziskus konnte ihn weder zum Christentum bekehren noch die bevorstehende Schlacht verhindern. Aber er eröffnete eine erste "interreligiöse" Begegnung ohne Hass und Gewalt und zeigte Respekt und Achtung vor dem Glauben des anderen.
Als er im Frühsommer 1220 aus Syrien zurückkehrte, musste Franz den Märtyrertod von fünf Brüdern betrauern.

 

Sein eigener Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend.
Er litt an einer Augeninfektion, die er sich im Orient zugezogen hatte.
Zudem gab es auch Probleme innerhalb der wachsenden franziskanischen Gemeinschaft.
Die strenge Forderung Franziskus', dass die ‚Minderen Brüder' besitzlos leben müssen, wurde infrage gestellt. Immer mehr Brüder nahmen Anstoß an der Radikalität der Armut, wie Franz sie wollte.
Regelmäßig hielten (und halten bis heute) die Brüder Versammlungen ab - zu Pfingsten und im Herbst.
Am Herbstkapitel 1220 legte Franziskus die Ordensleitung in die Hand des zweiten Gefährten Pietro Cattani.
Schon ½ Jahr später starb Pietro, sein Nachfolger wurde Elia.
1221 wurde eine Missionsreise nach Deutschland beschlossen, 1222 ließen sich die Brüder in Köln nieder.
Franziskus selbst diktierte die Regel für seinen Orden, die am 22. Mai 1223 vom Pfingstkapitel verabschiedet und der Kurie in Rom eingereicht wurde.
Am 23. November 1223 erhielten Franziskus und seine Mitbrüder die Bestätigung ihrer Regel.
Die Regel umfasst 12 Kapitel mit folgenden Überschriften:
  • Im Namen des Herrn
  • Von denen, die dieses Leben annehmen wollen, und wie sie aufgenommen werden sollen
  • Vom Göttlichen Offizium und vom Fasten und wie die Brüder durch die Welt ziehen sollen
  • Dass die Brüder kein Geld annehmen sollen
  • Von der Art zu arbeiten
  • Dass die Brüder nichts als ihr Eigentum erwerben dürfen sowie vom Bitten um Almosen und von den kranken Brüdern
  • Von der Buße, die sündigen Brüdern auferlegt werden soll
  • Von der Wahl des Generalministers dieser Brüderschaft und vom Pfingstkapitel
  • Von den Predigern
  • Von der Ermahnung und Zurechtweisung der Brüder
  • Dass die Brüder die Klöster der Nonnen nicht betreten sollen
  • Von denen, die unter die Sarazenen und andere Ungläubige gehen.

 

Franziskus suchte immer nach Möglichkeiten, die Frohe Botschaft anschaulich zu verkünden.
Als er im Wald eine Höhle entdeckte, kam dem 41jährigen die Idee, das Weihnachtsevangelium bildlich darzustellen.
Franziskus lud die Bewohner ein, ihre Familien und ihre Tiere zur Krippenfeier mitzubringen.
Fackeln und Leuchten erhellten die Dunkelheit, als Bruder Leone dort die Heilige Messe feierte.
Franziskus selbst las als Diakon das Evangelium vor und predigte.
Der Frieden der Heiligen Nacht ruhte auf Mensch und Tier, denn Franziskus war sich bewusst: Die Menschwerdung Gottes betrifft nicht nur den Menschen, sondern die gesamte Schöpfung.

 

Da die franziskanischen Brüder überall unterwegs waren, verbreitete sich der Brauch, an Weihnachten eine Krippe aufzustellen, über die ganze Welt.

 

Im Spätsommer 1224 zog sich Franz, körperlich sehr schwach, in eine kleine Felsennische auf dem Berg La Verna zurück. Nur Bruder Leone, der auch sein Beichtvater war, blieb in seiner Nähe.
Hier verbrachte Franziskus Tage im Gebet.
Am 17. September durchzog ein Schmerz Hände und Füße:
Die Wundmale Christi wurden am Körper von Franz sichtbar.
Für Franz war das eine Auszeichnung.
Christus auch äußerlich gleich zu werden, empfand er als Glück.
(Dies galt als der erste überlieferte Fall einer Stigmatisation.) Geschwächt, unterernährt, magenkrank und halb erblindet spürte er sein Ende kommen.

 

Im Frühjahr 1225 wurde Franziskus schwer krank und blind in San Damiano gepflegt und dichtete dort das Schöpfungslied, seinen ‚Sonnengesang'. Zwar lebte er selbst im Dunkeln, aber er war so fasziniert von Gottes Schöpfung, dass er alles Geschaffene in Liedern preisen wollte.
Er nannte nicht nur Menschen und Tiere seine Brüder und Schwestern, sondern auch die drei göttlichen Himmelszeichen: die Sonne, den Mond und die Sterne...
...und die vier Elemente: den Wind, das Wasser, das Feuer und die Erde. Am Ende seines Lebens bezeichnete er selbst den Tod als seinen Bruder. Franziskus lobte und dankte Gott für alles, was er erschaffen hat:

 

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie, und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

 

 

Von einer durchgeführten Augenoperation erholte sich Franz nur langsam.
Von April bis Mai 1226 hielt er sich in Siena auf. Dort erlitt er einen Blutsturz, der ihn weiter schwächte.
Im September diktierte Franziskus sein Testament und sein Vermächtnis für San Damiano.

 

Zwei Tage vor seinem Tod ließ er sich von den Brüdern in die Portiunkula-Kirche tragen, an den Ort, den er über alles liebte. Hier hatte die Ordensbewegung ihren Anfang genommen. Er ließ sich auf die Erde legen, mit dem Buch des Evangeliums in der Hand und einem Stein unter seinem Kopf als Polster. Sie beteten mit ihm, sangen ihm seinen Sonnengesang vor und lasen ihm das Evangelium vom Leiden und Sterben Jesu vor.
Dann starb er im Alter von 44 Jahren am Abend des 3. Oktober 1226.

 

Schon am nächsten Morgen wurde sein Leichnam in einem beeindruckenden Trauerzug an San Damiano vorbei nach Assisi überführt. Dort fand er in San Giorgio ein provisorisches Grab.
Weil Franziskus schon zu Lebzeiten als Heiliger galt, erwartete der Magistrat der Stadt Assisi aus seiner öffentlichen Verehrung z. B. durch Pilgerreisen einen wirtschaftlichen Nutzen für die Stadt.

 

Nicht ohne Grund wählte sich der heutige Papst den Namen des ‚Armen von Assisi'.
Am 13. März 2013 wurde nach seiner Wahl aus Jorge Mario Kardinal Bergoglio Papst Franziskus.
Wie für Franz von Assisi sind auch für Papst Franziskus vor allem 3 Haltungen entscheidend:

 

  • Zuwendung zu den Armen
  • Frieden
  • Bewahrung der Schöpfung

Und wie sein Namenspatron ‚schreckt' er auf durch seine ungewöhnlichen Ansagen...und rückt dadurch die Botschaft von der Barmherzigkeit in den Mittelpunkt.

 

Wir kennen die 7 leiblichen Werke der Barmherzigkeit:

  • Hungrige speisen
  • Dürstenden zu trinken geben
  • Nackte bekleiden
  • Fremde aufnehmen
  • Kranke besuchen
  • Gefangene besuchen
  • Tote begraben

...und die 7 geistigen Werke der Barmherzigkeit:

  • Unwissende lehren
  • Zweifelnde beraten
  • Trauernde trösten
  • Sünder zurechtweisen
  • Lästige geduldig ertragen
  • Beleidigungen gerne verzeihen
  • Für Lebenden und Verstorbene beten

 

Alle Werke der Barmherzigkeit fordern uns auf, ein Herz für unsere Mitmenschen zu haben, uns um die zu kümmern, die unsere Zuwendung brauchen, für die zu sorgen, die Hilfe nötig haben.
Franz von Assisi hat so gelebt.
Seine Botschaft war und ist:

 

 

 

 

 

 

Schon 2 Jahre nach seinem Tod, am 16. Juli 1228, wurde Bruder Franz von Papst Gregor IX. heiliggesprochen.
Auch wenn über seinem Grab die prächtige Basilika San Francesco errichtet wurde, bleibt Franziskus' Botschaft schlicht: Der Verzicht auf Hab und Gut macht frei und öffnet die Augen für das Wesentliche.
Unzählige Schwestern und Brüder der franziskanischen Ordensfamilie versuchen bis heute, sich an den Idealen des Heiligen zu orientieren.

 

Seit 1939 ist Franziskus Nationalheiliger Italiens.
Jedes Jahr, an seinem Todestag, bringt eine andere Region Öl für die Lampe, die sich beim Grab des Heiligen befindet. So brennt dort immerwährend ein Licht für den Frieden in der Welt.
1980 ernannte Papst Johannes Paul II. ihn zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie.
Seit 1986 finden in Assisi regelmäßig interreligiöse Weltgebetstreffen statt. 1995 wurde die Franz von Assisi Akademie zum Schutz der Erde gegründet. Alljährlich, am 4. Oktober, dem Gedenktag des Franz von Assisi, findet der Welttierschutztag statt.

 

Das Lebensbild des Franz von Assisi ist bis heute aktuell. Sein Lebenskonzept sprach und spricht Menschen aller Zeiten an und kann Leitbild und Wegweiser sein, denn Gewaltlosigkeit, Friedfertigkeit, Hilfsbereitschaft und Achtung vor allen Formen des Lebens kennzeichnen seine Haltung.

 

 

Die Ausstellumg läuft noch bis zum 10. November 2016. Besuchen Sie uns!

 

Nähere Informationen hier

 

 

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