Ausstellung 2018 - Katholikentag - Münster

 

Uns verpflichtet das Wort: SUCHE FRIEDEN!
Zum 101. Katholikentag in Münster zeigte eine Ausstellung mit 380 Egli-Figuren in der Mutterhauskirche der Clemensschwestern Szenen von Frieden und Unfrieden in der Bibel - und in der heutigen Zeit. Vom 10. bis 12. Mai 2018 sahen über 1600 gezählte Besucher und Besucherinnen diese Ausstellung.

 

 

Frieden im Miteinander der Schöpfung gab es im Garten Eden nur für kurze Zeit.
Als Adam und Eva von der verbotenen Frucht des Baumes in der Mitte des Gartens aßen, zerstörten sie die Gemeinschaft mit Gott und mussten den Garten Eden verlassen.
Seitdem war Gottes Welt nicht mehr perfekt.
Es gab Neid und Unfrieden zwischen den Menschen und auch zwischen den Menschen und ihrem Gott.
  

 

Gott beschloss, alles Schlechte in der Welt mit einer Sintflut wegzuwaschen.
Nur Noah und seine Familie und viele Tiere überlebten auf der Arche. Als das Wasser zurückgegangen war, öffnete Noah die Arche und alle Tiere strömten hinaus aufs trockene Land. Noah brachte ein Dankopfer dar.
Gott segnete Noah und seine Familie. Er schloss einen Bund mit ihnen und mit allen Nachkommen.
Gott gab den Regenbogen als Zeichen für sein Versprechen, nie wieder alles Leben auf diese Weise zu vernichten.
Der Regenbogen wurde zum Zeichen des Friedens.

 

Frieden zu halten ist schwer. Es misslingt oft schon in der eigenen Familie.
Viele Menschen sind unzufrieden - sie haben mit sich selbst keinen Frieden.

 

Jakob lebte mit seinen 12 Söhnen in Kanaan.
Weil er Josef am liebsten hatte, schenkte er ihm einen schönen Mantel.
  

 

   Seine Brüder waren darüber von Neid erfüllt. Das wurde noch schlimmer, als er jedem seine Träume erzählte, in denen er selbst immer die wichtigste Person war.
In einem Traum verneigten sich die Getreidegarben seiner Brüder vor seiner Garbe.

 

Eines Tages fassten die Brüder den Plan, Josef zu töten und vorzutäuschen, ein wildes Tier habe ihn angefallen.
Sie warfen ihn in eine Zisterne, um ihn dort verhungern zu lassen.
  

 

   Doch als eine Karawane auf dem Weg nach Ägypten vorbeizog, verkauften sie Josef als Sklaven.

 

Dem Vater brachten sie das mit Blut befleckte Gewand Josefs.
Jakob fiel in tiefe Trauer.
  

 

Josef kam nach Ägypten.
Gottes Segen war mit ihm und durch seine Fähigkeit, Träume zu deuten, kam er an den Hof des Pharao. Er erklärte dem Pharao: „Gott lässt dich in seinen Träumen sehen, was er vorhat. Deine Träume bedeuten: Sieben Jahre lang wird die Erde gut sein, doch dann werden sieben Jahre mit schlechter Ernte folgen. In den guten Jahren musst du Vorräte anlegen. So wird Ägypten auch die sieben Jahre der Hungersnot überstehen können.“
Der Pharao machte Josef zu seinem höchsten Minister und gab ihm einen goldenen Ring, eine Kette und edle Kleider als Zeichen seines Amtes.
In den sieben Jahren des Überflusses ließ Josef das Getreide in Ägypten sammeln und in Speichern einlagern.
Als die Hungersnot über das Land kam, öffnete Josef die Speicher und verkaufte das Getreide an die Ägypter und an Menschen in aller Welt.
  

 

   Auch Jakob schickte seine Söhne - außer Benjamin - nach Ägypten, um dort Korn zu kaufen.
Josef erkannte seine Brüder, doch er selbst gab sich nicht zu erkennen.
Er beschuldigte seine Brüder, Spione zu sein und ließ sie ins Gefängnis werfen. Sie widersprachen und drei Tage später schickte Josef sie nach Hause zurück, damit sie den jüngsten Bruder holten.

 

Als das Korn aufgebraucht war, willigte Jakob ein, seine Söhne mit Benjamin nach Ägypten reisen zu lassen, um dort wieder Getreide zu kaufen.
Die Brüder verbeugten sich vor Josef, genau wie die Getreidegarben in Josefs Traum vor vielen Jahren. Josef war glücklich, Benjamin zu sehen. Er gab sich zu erkennen: „Ich bin Josef, euer Bruder, den ihr nach Ägypten verkauft habt.“
Seine Brüder waren fassungslos.
„Grämt euch nun aber nicht mehr, weil ihr mich verkauft habt. Denn um Leben zu erhalten, hat mich Gott vor euch hergeschickt. Also nicht ihr habt mich hierhergeschickt, sondern Gott. Zieht nun hinauf zu meinem Vater und berichtet ihm, dass ich lebe. Erzählt ihm von meinem hohen Rang hier in Ägypten. Beeilt euch und bringt meinen Vater hierher, damit alle hier bei mir leben können,“ sagte er.
So verließen Jakob und seine ganze Familie Kanaan und zogen nach Ägypten. Die Familie war vereint und konnte wieder in Frieden leben.

 

Zu Josefs Lebzeiten hatte sein Volk ein glückliches Leben in Ägypten. Die Israeliten vermehrten sich und bevölkerten das Land.
Jahre später befürchtete ein neuer Pharao, dass die Israeliten nicht nur zahlreicher, sondern auch machtvoller als die Ägypter werden könnten.
Er machte sie zu Sklaven, ließ sie hart arbeiten und gab den Befehl, jeden Jungen, der in einer Israelitenfamilie geboren wurde, zu töten.
Durch die List seiner Mutter überlebte der kleine Mose in einem Binsenkörbchen und wurde von der Tochter des Pharao als Sohn an den Hof des Herrschers geholt.

 

Jahre später führte Mose das Volk der Israeliten aus Ägypten und aus der 430jährigen Sklaverei heraus. Sie zogen durch die Wüste.
Am Fuße des Berges Sinai schlugen Mose und seine Leute ein Lager auf.

 

 

Dort sprach Gott zu seinem Volk und gab ihm diese 10 An-Gebote für ein Leben in Frieden:

 

  • „Ich bin der Herr, dein einziger Gott.
  • Du sollst keine anderen Götter anbeten.
  • Sprich meinen Namen mit Respekt aus.
  • Du sollst den Sabbat als Ruhetag heiligen.
  • Ehre deinen Vater und deine Mutter.
  • Du sollst nicht töten.
  • Eheleute sollen sich lieben und achten und einander treu sein.
  • Du sollst nicht stehlen.
  • Du sollst nicht lügen.
  • Begehre nicht die Dinge, die andere haben.“

 

Gott erklärte seinem Propheten Mose die Gebote. Und Mose erklärte sie dem Volk. Alle versprachen, sich an die Gebote zu halten.
Doch als Mose auf den Berg ging, um wieder 40 Tage und Nächte mit Gott zu sprechen, wurden die Menschen ungeduldig und forderten einen neuen Gott, der sie führt.
Sie sammelten Gold, gossen ein goldenes Kalb daraus und beteten es an.

 

Wieder entstand Unfrieden zwischen Gott und den Menschen.
Gott zeigte sich gnädig und gab den Menschen eine neue Chance, doch den Frieden fanden sie nicht.

 

Bei allen Konflikten rund um das Volk Israel ging es immer um den einen Gott und die vielen Götter, die im Land verehrt wurden.
Propheten überbrachten Botschaften des einen Gottes. Sie äußerten deutliche Kritik, wenn die Menschen sich nicht mehr nach Gottes Weisungen richteten. Sie klagten Missstände an und zeigten immer wieder Gottes Liebe zu den Menschen auf: Gott ist der, der von seinem auserwählten Volk Gehorsam fordert und es hart bestraft, wenn es nicht nach seinen Gesetzen lebt und andere Götter verehrt. Und gleichzeitig gibt Gott seine Fürsorge für Israel nie auf und steht ihm bei, selbst wenn es den Bund mit ihm bricht.
Es werden Bilder vermittelt, in denen Gottes Liebe deutlich wird - Hoffnungsbilder:

 

  • Gott ist der gute Hirt, bei dem sich Menschen geborgen fühlen können (Ps 23).
  • Gott ist wie eine Mutter, die ihren Säugling nie verlassen kann (Jes 45,15-19).
  • Gott wird in der Zeit der Unterdrückung und Fremdherrschaft einen Retter schicken, der das Volk befreit und dauerhaften Frieden schafft. (Sacharja 9,9: „Siehe dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel.“)

 

 

Im 8. Jh. v.Chr. kritisierte der große Prophet Jesaja vor allem das mangelnde Vertrauen in Gottes Führung. Er zeichnete ein Bild vom friedlichen Miteinander der Schöpfung auf:
Der Wolf findet Schutz beim Lamm. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie. Kuh und Bärin nähren sich zusammen.
Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter und zur Höhle der Schlange streckt das Kind seine Hand aus. (Jes 11,6-9)

 

Jesaja kündigte auch die Geburt des Friedensfürsten an.

 

Der über Jahrhunderte ersehnte Retter, der Friedensfürst, wurde während einer von Kaiser Augustus angeordneten Volkszählung in Betlehem geboren.
Erkennungszeichen waren Windeln und Krippe - Hilflosigkeit und Armut.
Gott schloss seinen Frieden mit den Menschen durch die Geburt seines Sohnes Jesus - und setzt damit ein deutliches Zeichen gegen die römische Macht im Reich.
  

 

   Aber selbst die Geburt eines kleinen Kindes löste statt Frieden Mord und Totschlag aus.
Aus Angst vor einem neuen König der Juden ließ König Herodes alle Jungen bis zum Alter von zwei Jahren töten, weil er nicht wusste, wo Jesus zu finden war. (Mt 2,16)
Maria und Josef konnten mit ihrem kleinen Sohn Jesus fliehen. Auch Elisabet brachte ihren Sohn Johannes in Sicherheit.

 

Genau wie Jesus überlebte auch sein Cousin Johannes der Täufer den Kindermord von Betlehem.
Jahre später bereitete Johannes das Volk auf das Kommen Jesu vor. Johannes war fromm und seine Verkündigung war stark durch den Propheten Jesaja geprägt. Auch Johannes forderte unbedingte Zuwendung zu Gott und seinen Geboten: „Kehrt um! Das Himmelreich ist nahe.“
Viele Menschen ließen sich von Johannes im Jordan taufen, darunter auch Jesus.

 

   Johannes sprach deutliche Worte und scheute sich nicht, das Fehlverhalten seines Landesfürsten Herodes Antipas anzuprangern. Dieser ließ Johannes hinrichten und erfüllte damit den Wunsch seiner Geliebten Herodias und deren Tochter Salome, die für ihn und seine Gäste getanzt hatte.

 

Nach der Taufe durch Johannes begann Jesus sein öffentliches Wirken. Er begann, Schüler um sich zu sammeln, zu lehren und Kranke zu heilen. Die Menschen erkannten in seinen Worten und Taten eine Vollmacht, die Gott selbst ihm verliehen hatte. Sie spürten, dass Gott in Jesus, in seinem Verhalten, Wirken und in seinen Predigten gegenwärtig war.

 

 

Jesus ließ das Wirken Gottes mitten im Alltag spürbar werden.
Weil er für sich die göttliche Vollmacht in Anspruch nahm, kam er aber auch immer wieder in Konflikt mit den religiösen Führern seines Volkes.
Auch sie erkannten in seinen Taten, dass Gott seine Herrschaft aufrichtete, denn „das Himmelreich“ war nahe: Blinde sehen, Gelähmte gehen und Aussätzige werden gesund.
Menschen, die Jesus folgten, mussten ihr eigenes Verhalten überprüfen auf die neuen Maßstäbe, die Jesus predigte. Dazu gehörte auch die Liebe zu den Feinden, die ihm letztendlich den Tod am Kreuz brachte.
Der Friede unter den Menschen war Jesus ein besonderes Anliegen:
„Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“ (Mt 5)

 

Um die Voraussage der Propheten zu erfüllen, ritt Jesus auf einem jungen Esel in Jerusalem ein - und wurde von den Menschen wie ein König begrüßt.   

 

   Im Tempel sorgte Jesus kurz vor seinem Tod für Aufsehen und Ärgernis. Er jagte die Händler aus dem Tempel, um deutlich zu machen: Der Tempel ist ein Haus Gottes.

 

Mit dem Blick auf den Tempel forderte Jesus auch von seinem engsten Jüngerkreis die Entscheidung, auf Gottes Weisung zu hören. Er erklärt es ihnen im Gleichnis vom Weltgericht:
„Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.
Er wird denen zu seiner Rechten sagen: ‚Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben...‘
Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: ‚Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben...‘
Und er wird ihnen antworten: ‚Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.‘
Dann wird er zu denen auf der Linken sagen: ‚Geht weg von mir, ihr Verfluchten, denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegebenů‘“ (Mt 25)

 

Nach seinem Tod und seiner Auferstehung trat Jesus in die Mitte der staunenden Jünger und Jüngerinnen. Seine ersten Worte waren:
Friede sei mit euch!“ (Lk 24,26 +Joh 20,19)

 

 

Schon die ersten christlichen Gemeinden feierten Jesu Leben, Tod und Auferstehung in den Gottesdiensten. Noch heute lassen wir uns den Frieden des Auferstandenen zusagen: „Der Friede des Herrn sei all Zeit mit euch!“ Wir geben einander ein Zeichen des Friedens und vertrauen dem Ruf am Ende jeder Messe: „Gehet hin in Frieden!“

 

Die Botschaft Jesu hat Auswirkungen auf das Leben der Christen bis heute.
Trotz aller Missstände und Ungerechtigkeit in dieser Welt zeigen Christen durch ihr Handeln, dass Frieden wichtiger ist als Unfrieden.

 

 

Frieden suchen - Frieden finden...
...ist eine Vision, die Wirklichkeit wird, wenn alle daran mitarbeiten - unabhängig von Alter oder Geschlecht oder Herkunft oder Religion...

 

 

Mögen die vielen Angebote, Gespräche und Aktionen beim Katholikentag in Münster ebenso wie die Gebete in den Gottesdiensten helfen, die Sehnsucht der Menschen bei der Suche nach Frieden zu stärken!

 

 

 

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